Hexen-Götter-Kulte
Varus
Im Jahr 2009 liegt es exakt 2000 Jahre zurück, dass im Teutoburger Wald die sagenumwobene Varusschlacht zwischen
dem römischen Feldherrn Publius Quinctillius Varus und dem Cheruskerfürsten Arminius (auch Armenius bzw. Hermann)
stattfand. Erst ab ungefähr der Mitte des 16. Jahrhundert wurde die Erzählung um den römischen Zögling, der
germanischer Abstammung war und in der römischen Legion einen außergewöhnlichen Aufstieg vollzog, bis er sich seiner
Herkunft besann und fortan gegen die Römer auflehnte und sie in einer militärischen Aktion bis auf wenige Überlebende
besiegte, bekannter und verbreitet. Im 19. Jahrhundert wurde in der Nähe von Detmold das "Hermannsdenkmal", zur
Erinnerung an eine Episode früher nationaler Geschichte errichtet.
Sagenumwoben bleibt die Schlacht noch deshalb, weil der genaue Ort des Geschehens bis heute nicht gefunden bzw.
bestätigt werden konnte. Zahlreiche Theorien zur Rekonstruktion des Schlachtfeldes und der Ereignisse wurde in den
vergangenen fünfhundert Jahren vorgenommen. Zentraler Ort der historischen Untersuchung ist heute u.a. im Park
Kalkriese.
Neben den nunmehr in den Medien, aufgrund der Wiederkehr des historischen Datums der Schlacht, bekannten Vertretern
Arminius und Varus gibt es jedoch noch einen weiteren Varus, der im Sagenkreis eine Rolle spielt. Hier handelt es sich um
Rictius Varus (auch Riccius Varus oder Rictiovarus). Jener Rictius Varus steht mit dem Martyrologium der Heiligen
Crispinus und Crispianus, aber auch beispielsweise der zweier Lokalheiliger von Bonn – Cassius und Florentius -  in
Zusammenhang. Er zeichnete sich als Verfolger der frühen christlichen Glaubensanhänger aus und ließ sie öffentlich
hinrichten, wo immer er auf sie traf.
Mit jenem Varus wird in der Volkserzählung der Name des "Varuswaldes" (Wereswald) bei Tholey im Saarland in
Verbindung gebracht. Hier soll es auch gewesen sein, wo Varus vom Teufel zu einem Wagenrennen aufgefordert wurde.
Der Teufel wettete, dass die Pferde des Varus "so langsam seien, dass es ihm sogar gelingen würde während des Rennens
vor seinen eigenen Pferden den Weg zu pflastern und trotzdem noch zu gewinnen." Varus hielt die Wette für so abstrus
und leicht zu gewinnen, dass er darauf einging. Doch selten spielte der Teufel bei solchen Wetten fair – und so gelang es
ihm gegen Varus zu gewinnen, der mitsamt seinem goldenen Prunkrennwagen in morastigem Boden versank und zu Tode
kam.
Seither ging der Geist des Varus in dem Gebiet umher, in welchem die Benediktiner-Abtei Tholey steht. Auch heißt es, führt
Varus hier das Wilde Heer in den Zwölfen des Jahres an.
Literatur:
Görres, Franz: Die Einführung des Christentums in den Rheinlanden; in: Rheinische Geschichtsblätter, 1. Jg. No. 2,  1894, S. 44-53
Petry, Ludwig (Hrsg.): Handbuch der Historischen Stätten in Deutschland – Rheinland Pfalz und Saarland;  Stuttgart: Kröner, 1988, S. 369
Röbkes, Marion: Esoterischer Reiseführer Rheinland- Pfalz und Saarland; Aitrang: Windpferd, 1998, S. 135-138
Schulten, A.: Romanisierung der Rheinlande; in: Rheinische Geschichtsblätter, 1. Jg. No. 2, 1894, S. 41-44